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RADTOUR 2006
Kirchheimer Lauftreff radelte durch das Kinzigtal und die Ortenau Unerschrocken trotz schlechter Wetteraussichten 25. - 27.Mai 2006
Der „harte Kern“ ist teils schon zum 19. mal dabei, natürlich inzwischen „in die Jahre gekommen“ und nicht mehr so fit wie am Anfang. Angesichts der Altersspanne zwischen 17 und 74 Jahren innerhalb der 35- köpfigen Gruppe könnte da so mancher zweifeln, ob er noch mithalten kann und ihm die Jugend nicht davon radelt. Doch im Vertrauen auf Otto Vogls sorgfältiger Organisation und unter dem Schutz von Rolf Barner, der mit Warnweste am Schluss die Gruppe bewacht und zusammenhält, nimmt er unerschrocken trotz schlechter Wetteraussichten wieder teil:
Nach erfolgtem Bus-Transfer zum 744m hohem Schömberg ( ca. 6 km von Freudenstadt ) gilt es sich gut einzupacken gegen kalten Wind und Nieselregen, um die 12 km Abfahrt in Angriff zu nehmen über Meinerzau nach Schenkenzell im Kinzigtal. Dann geht es über Schiltach nach Wolfach zum „Flößerpark“ mit der Möglichkeit zur Mittagspause und Besichtigung der in der Parkanlage aufgestellten Schautafeln zur Flößerzeit. Anschließend wird die „Ach-Strecke“ weiterverfolgt mit den Orten Hausach, Haslach, Biberach bis nach Gengenbach. Hatte man vorher im Vorbeiradeln die schönen alten Schwarzwaldhäuser, eingebettet in ihrer entlegenen Landschaft, bestaunen können, so gibt es hier neben einer genüsslichen Kaffeepause auch die Möglichkeit zur historischen Stadtbesichtigung - allerdings in Regenkleidung. Die letzte Etappe an diesem 1. Tag führt über das Weindorf Ortenberg, vorbei an der Ortenburg durch die Stadt Offenburg hinauf zu ihrem Weinort Zell-Weierbach. Hier erwartet das Hotel Rebenhof die Gruppe, bietet ihr Schwimmbad mit Solarium und ein köstliches 4-Gänge-Menue bei Musik, schließlich sind wir nahe der französischen Grenze, da wird geschlemmt.
Der 2.Tag verspricht „Erleichterung“, da das Gepäck im Hotel bleibt und nur leichter Niesel-Regen den Start zum „Angriff auf Frankreich“ begleitet: Zunächst Stadtfahrt durchs tiefer gelegene Offenburg zur Kinzig entlang windet sich unser „Radlerwurm“ durch Flußauen und Felder bis er schließlich in Kehl landet und auf dem Landesgartenschaugelände 2004 rastet. Toll! Frankreich und Deutschland haben hier die ehemalige natürliche Feindesgrenze - den Rhein - an beiden Seiten seines Ufers zu einem gemeinsamen Park gestaltet. Die „Grenz“- bzw. Rheinüberquerung durch Fuß- und Radfahrerbrücke erfolgt ohne jegliche Kontrolle. Es gibt eine neue Geschichtsschreibung. Wir sind Europa! Wie schön! Über das Hafengelände von Straßburg geht’s zum Europaparlament. Aber alles ist so leer!? Ja, die Europa-Politik wird inzwischen in Brüssel betrieben, nur für wenige Tage im Monat tagt man hier in Straßburg; dann karren etliche Umzugswagen die Akten aus Brüssel nach Straßburg hin und zurück. Ein Schildbürgerstreich im 21. Jahrhundert!
Wir radeln am Fluss Ill entlang zum Münsterplatz und stellen unsere Räder direkt beim Straßburger Münster ab. Hier „ wuselt“ es nur so von internationalen Touristen. Wir mengen uns darunter und versuchen möglichst viele Sehenswürdigkeiten in der umfangreichen Mittagspause zu erhaschen. Feststellung: Man muss auf längere Zeit wiederkommen. Zurück geht es durchs Zentrum und Vorstadtgässchen von Meinau und Neuhof in den Neuhofer Forst. Die Rheinüberquerung erfolgt diesmal über die Plobsheimer Brücke Richtung Goldscheuer und Offenburg zurück nach Zell-Weierbach. Diesmal erwartet uns ein sehr umfangreiches Buffet.
Der 3. Tag erfolgt wieder mit vollem Gepäck bei kühlem Wetter durch Offenburg und die anschließenden Obstgärten der Ortenau, über Appenweiher nach Renchen mit kurzer Rast. Inzwischen scheint die Sonne. Immer die Kante des Schwarzwaldes vor Augen schlängelt sich unser „Wurm“ durch die Felder über Waghurst, Gamshurst, Moos nach Vimbuch, wo wir eine größere Mittagsrast halten.
Letzte Etappe ist die Weiterfahrt nach Baden-Baden, jetzt ist es richtig heiß. Der Bummel durch die Kuranlage und Innenstadt ist nicht ohne Eisvergnügen zu bewältigen. Na, also. Das Wetter ist doch prima. Jetzt noch bis zum Bahnhofsgelände radeln. Den Transfer nach Kirchheim übernimmt wieder der Bus. Alles wunderbar geschafft, kein Unfall, keine Platten, keine Probleme. Wir freuen uns schon auf die 20.Tour.
Was ist das Besondere an der Lauftreff-Radtour? Sie ist der „Kitt“ des Lauftreffs: Während ein jeder das ganze Jahr über in seiner Gruppe joggt oder walked, verlässt er bei der Radtour seinen Gruppenrahmen und kommt mit Mitgliedern anderer Gruppen zusammen. Wie beim Laufen so ist auch beim Radeln das „Witzeln“ das „Salz in der Suppe“ entspannter Gemeinschaft. Man weiß sich in der Gruppe verstanden und gut aufgehoben.
Karin Aufhammer
Bilder findet man unter Bildergalerie Radtour 2006
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