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JUDO = der sanfte Weg, hergeleitet aus JU = sanft, nachgeben und DO = Weg, Prinzip
Die Legende
Über die Ursprünge des Judo gibt es eine Legende von einem kleinen Chinesenjungen, der Li-Ti-Feng hieß.
Dieser kleine Junge lebte zur Zeit der Han-Dynastie und bekam sehr oft die Stärke anderer zu spüren. Traurig stand er eines Tages am Ufer des Jangtse und schaute sehnsüchtig auf die starke Strömung, die alles mit sich riss. Er dachte daran, wie gut es wäre, ebenso stark wie der Jangtse zu sein. Doch plötzlich kam ein Taifun auf und zerstörte alles, was ihm in die Quere kam. Hütten, Dschunken und selbst gewaltige Bäume zerbrachen unter dem Ansturm des Taifuns wie Streichhölzer. Nur ein kleines Bäumchen blieb unversehrt. Da es zu schwach war, sich dem Winde entgegen zu stemmen, bog es sich mit dem Wind. Immer wenn der Sturm schwächer wurde, konnte es zurückfedern.
Der Wind fand keinen Widerstand, auch wenn er die Krone des Bäumchens bis zum Boden drückte. Deshalb war es auch nach dem Taifun als Einziges unversehrt geblieben.
Es führte also nur ins Verderben, sich gegen die Kraft zu stemmen, wenn noch stärkerer Wind aufkam. Das war an dem Schicksal der großen Bäume zu erkennen, die dies versucht hatten. Das Geheimnis des kleinen Bäumchens war ganz einfach: ausweichen, sich nur scheinbar beugen und die Stärke des Gegners ausnützen. So entstand das allgemeingültige Prinzip des Siegen durch Nachgeben, das die Samurai in Form des Ju Jutsu jahrhundertelang praktizierten, und das später auch auf Judo übertragen wurde.

'jū' = sanft, edel, vornehm und 'dō' = Weg
Die Entwicklung 1882 gründete Jigoro Kano in Tokio die erste Judo-Schule, nachdem er erkannt hatte, dass es nicht sinnvoll sein kann, im Trainingspartner einen Gegner zu sehen, der vernichtet werden soll. Hier lehrte er ein System, aus dem alle Schlag- und Stoßtechniken, die zu Verletzungen oder Schlimmerem führen konnten, ausgemerzt wurden. Dieses System, das eine umfassende Erziehung mit Komponenten der Disziplin und Achtung des Partners enthält, nannte er Judo. Der Transfer der Grundsätze von "Der sanfte Weg" auf alle Gebiete des menschlichen Lebens ist Judo im Sinne von Jigoro Kano.
Judo ist im weiten Sinne ein Studium und eine Übungsmethode für Geist und Körper.
Grundlagen und Techniken
Für ein ganzheitliches Lernen - mit Körper und Geist - begann Kato seine Unterweisung im Judo mit den Übungen Randori und Kata.
Die Kata ist eine Abfolge von vorbereiteten Techniken, so dass jeder Übende vorher genau weiß, was sein Partner tun wird. Die Kata ist die "darstellende Form" des Judo.
Das Randori ist ein freier Übungskampf nach vorgeschriebenen Regeln: die Kämpfenden können jede Technik anwenden, jedoch vorsichtig, um sich nicht zu verletzen und müssen Fairness und Respekt gegenüber ihrem Gegner wahren. Das Randori kann neben der Anwendung der erlernten Techniken auch zur Konditionssteigerung verwendet werden.
Grundlage des Judo ist vor allem die Fallschule. Das ist die Technik des Fallens nach allen Seiten, ohne sich zu verletzen. Man erlernt die Fallschule noch vor dem ersten Wurf, und auch später muss man diese Techniken immer wieder sichern. Die Würfe, mit denen der Judoka gegen seinen Gegner kämpft basieren auf den Grundlagen des Gleichgewichtbrechens und physikalischen Hebelwirkungen. Es gibt Schulter-, Hüft-, Fuß- und Handwürfe sowie Konter, um den Gegner zu Boden zu werfen. Beim Kampf im Boden gibt es Haltegriffe, Würger und Hebel. |
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