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Judo / Jiu Jitsu

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Entstehung unserer Abteilung

 

Württembergische Ringer-Jugendmeisterschaften 1950. Auf ihren Fahrrädern strampelten die Kirchheimer Ringer nach Plieningen, um an diesem Turnier teilzunehmen. Nach dem vorzeitigen Ausscheiden des jungen Werner Remppis wurde dessen Aufmerksamkeit auf die gleichzeitig dort stattfindende Judo-Meisterschaft gelenkt. Kaum jemand konnte sich damals ein Bild dieses Kampfsportes machen. Der Kirchheimer sah hier eine Gelegen­heit, durch aktives Eingreifen diese Sportart näher kennen zu lernen.

Er lieh sich einen dieser weißen Kittel aus und machte spaßeshalber bei den Judokas mit. Was keiner für möglich hielt, verwirklichte er. Mit einem unbändigen Kampfgeist und mit seinen Ringergriffen, die heute bestimmt zur Disqualifikation geführt hätten, schaffte er die Sensation und wurde württ. Judomeister. Durch diesen Erfolg angespornt, ließen sich später einige der anderen Kirchheimer weiße Kittel zusammenflicken und begannen völlig neue Techniken zu üben. Bald konnte man in Kirchheims näherer Um­gebung in Bierzelten die fernasiatische Kunst bestaunen. Es dauerte nicht lange und es fanden sich immer mehr bereit, unter schlechtesten Bedingungen im Kellerraum des Gymnasiums auf der Ringermatte (Seegrasmatte ihre Geschicklichkeit in Form von Judo­techniken zu erproben. Einen Trainer, der die komplizierten Griffe vorzeigen konnte, gab es nicht. In mühevoller Arbeit erlernte man die Techniken aus einem Handbuch für Judokas. "

 

Ernst Löffel und Werner Remppis bei einer Vorführung in einem Festzeit

 

Entwicklung

 

Im Laufe der nächsten Monate schälte sich aus der damaligen Ringerstaffel eine kleine begeisterte Judoriege heraus. Sie hatte den Vorteil, von Beginn an einer erfahrenen Vorstandschaft anzugehören. Ludwig Schneller, der damalige Vorstand, hatte nun die Aufgabe, zwei Abteilungen innerhalb des VfL zu leiten. Mit viel Idealismus und Freude führte er unsere Judogruppe. Nie hatten wir das Gefühl, als Stiefkind behandelt zu wer­den. Die großen Erfolge der folgenden Jahre sind nicht zuletzt ein Verdienst seines un­ermüdlichen Einsatzes.

Im Jahre 1953 wechselten die Ringer und Judoka in die neu gebaute Konrad-Widerholt­-Halle über. Kurze Zeit später wurde eine neue Matte angeschafft. Jetzt konnten Ringer und Judoka getrennt trainieren, was für beide Seiten eine große Erleichterung war. In einem straffen, unermüdlichen Training wurde nun auf große Ziele hingearbeitet. Der Erfolg blieb nicht lange aus. An Einzel- und Mannschaftswettbewerben hatten die Ak­teure bald in Württemberg und sogar in Deutschland ein gewichtiges Wort mitzu­sprechen. Doch der Erfolg kann nicht immer währen. Als sich 1962 ein Teil der Kämpfer vom aktiven Wettkampfsport zurückzog, entstand eine große Lücke. Zwar wurde 1957 eine Schülerabteilung gegründet, doch wurde dieser Entschluss zu spät gefasst. Plötzlich waren keine Kämpfer mehr da, die in die Mannschaft hätten eingebaut werden können. Die Auflösung der Meistermannschaft bedeutete auch das Ende eines glanzvollen Jahr­zehnts.

 

Es ging immer mehr bergab. Bis sich 1965 die Frage stellte, ob es sich überhaupt noch lohnt, eine Judoabteilung zu führen. Noch im selben Jahr sollte eine außerordentliche Mitgliederversammlung über ihr Schicksal entscheiden. Obwohl alles für eine Auflösung sprach, konnten sich die wenigen Judoka nach hartem Ringen durchsetzen und den Wei­terbestand ihrer Abteilung neu festigen. Dass sich dieser Schritt als richtig erwiesen hat, sollten dann die kommenden Jahre beweisen. Die ganze Kraft wurde für den Auf­bau des Nachwuchses aufgewandt. Bald waren wieder Kirchheimer Judoka bei württ. end deutschen Jugendmeisterschaften anzutreffen.

Auch bei den Senioren stellte sich der Erfolg wieder ein. Mit Hilfe einiger Kämpfer der alten Garde, die den Weg ins Judolager zurückgefunden hatten, waren wir für einige Jahre in der Landes- und sogar in der Oberliga vertreten. Dem Kameraden Pfitzer ge­lang sogar ein Comeback. Bei den württ. Meisterschaften 1966 wurde er, ohne beson­dere Vorbereitungen zu treffen, dritter. Doch eine alte Verletzung stoppte seinen weite­ren Weg.

Die Abteilung konnte inzwischen eine stattliche Zahl von Mitgliedern verzeichnen. Des­halb vertrat der bisherige Vorstand Schneller die Meinung, dass die Judogruppe stark genug sei und unter eigener Regie weiterbestehen kann. Die Trennung von den Ringern wurde im Jahr 1966 vollzogen. Das bedeutete auch, dass wir Abschied nehmen mussten vom bisherigen Vorstand Ludwig Schneller, der die Abteilung hervorragend geführt hatte. Zum neuen Vorstand der selbständigen Judoabteilung wurde Helmut Seefried ge­wählt. Als Nachfolger fand sich 1968 Kamerad Rado Pfitzer bereit, die Geschicke der Abteilung in die Hand zu nehmen.

 

Unser großes Vorbild:

Die Kirchheimer Mannschaft der 50er Jahre

 

Durch unermüdlichen Eifer und hartes Training gelang es der inzwischen zusammen­gewachsenen Kirchheimer Mannschaft in der Aufstellung: Vieszidensky, Schoffer, Pfitzer, Siegel, Pott und Sinek im Jahre 1953 erstmals, die Vorherrschaft der Stuttgarter Mannschaften zu durchbrechen und den württembergischen Meistertitel nach Kirchheim unter Teck zu holen.

In den folgenden Jahren konnten sie allen Angriffen der gegnerischen Vereine stand­halten und den Titel noch fünfmal in ununterbrochener Reihenfolge verteidigen. Erst 1959 beendete eine überraschende Niederlage die Kirchheimer Siegesserie. Doch in den nächsten 2 Jahren gelang es ihnen erneut, ihre Gegner auf die Plätze zu verweisen. An den deutschen Mannschaftsmeisterschaften haben die Kirchheimer Württemberg immer glänzend vertreten. Die beste Platzierung bedeutete der 4. Platz, den sie 1958 in Berlin errangen. Auch bei den übrigen Treffen der deutschen Elitemannschaften zählte der VfL Kirchheim unter Teck keineswegs zu den Punktelieferanten. Mit Kämpfern der deutschen Spitzenklasse in ihren Reihen, war ihnen eine Überraschung jederzeit zuzu­trauen. Das bewiesen auch die meist sehr knappen Ergebnisse. In der Zeit von 1953 bis 1961 kämpften in der Kirchheimer Meistermannschaft folgende Judokas besonders erfolgreich: Sinek, Pfitzer, Schwarz, Schoffer, Pott, Fecht, Kirschner, Kettlitz, Schar­nagel, Sieges, Henkenhaf, Ruckmich, Heckeler und Russe.

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Von diesen erfolgreichen Mannschaftsmitgliedern verdienen es die Kameraden Schwarz, Pfitzer und Sinek noch besonders hervorgehoben zu werden. In vielen Berufungen in der württembergischen Auswahlmannschaft bewiesen sie ihr Können und ihre enorme Kampfkraft durch den meist erfolgreichen Ausgang ihrer Kämpfe.

Zu Recht durften sie damals als Rückgrat der Auswahlmannschaft bezeichnet werden. Als zum Beispiel 1955 die Mannschaft von Hessen (mit mehrmaligen deutschen Meis­tern in ihren Reihen) gegen Württemberg (12: 12) antrat, holten die drei Kirchheimer allein neun der Siegpunkte.

Im Jahre 1961 trafen sich zum ersten Mal die acht Ländervertretungen aus Süd- und Nordbaden, Bayern und Württemberg in Kirchheim unter Teck, um den Süddeutschen Mannschaftsmeister zu ermitteln. Die seit 1954 auf eigener Matte ungeschlagenen Kirch­heimer setzten sich auch hier durch. In überlegener Manier sicherten sie sich Pokal und Titel.

Bestens vorbereitet und mit Aussichten auf einen der vorderen Plätze, fuhren sie zu den Deutschen Meisterschaften nach Neustadt an der Weinstraße. Aber gleich im ersten Kampf mussten sie gegen das favorisierte Team aus Berlin antreten. Eine knappe 1:0 Niederlage, die bei etwas mehr Glück auch zugunsten der Schwaben hätte aus­fallen können, machte alle Hoffnungen vorzeitig zunichte.

 

H. Russe, F. Sinek, F. Pott, M. Schwarz, B. Fecht, R. Scharnagel Süddeutsche Mannschaftsmeister 1961

 

Im Jahre 1962 zogen sich fast alle Kämpfer der erfolgreichen Meistermannschaft vom aktiven Sportgeschehen zurück. Von einem Jahrzehnt, das viel Schweiß und Entbeh­rungen gekostet hat, einem Jahrzehnt, das vom Sport, dem Erfolg und der Kamerad­schaft geprägt war.

 

Franz Sinek

 

Wenn junge Leute heute über mangelhafte Trainingsmöglichkeiten und unqualifizierte Trainer klagen, dann sollte man sie zu Franz Sinek schicken, dem "Selfmademan" des Judosports. Er wird ihnen dann seine sportliche Karriere schildern und die jungen Leute werden um eine Erkenntnis reicher sein, die mindestens so alt ist wie der Sport selbst, nämlich die, dass Wille, harter Wille, ebenso harte Energie, Ausdauer und Vertrauen zur eigenen Fähigkeit notwendig sind, um aus der Masse hervorzugehen und Spitzenleis­tungen zu vollbringen.

Franz Sinek wandte sich erst 1951 als 18-jähriger dem Sport zu. Wochenschauen hatten sein Interesse geweckt und die - allerdings recht dürftigen - Kenntnisse eines Freundes genügten, um in Franz den Entschluss reifen zu lassen, diesem - exotischen ­Sport zu huldigen.­

 

Im Jahre 1952 nahm er zum ersten Mal an den württ. Meisterschaften teil und wurde auf Anhieb Dritter. Das war das erste und letzte Mal, dass sich Sinek mit einem Dritten Platz zufrieden gab. In den folgenden Jahren wurde er in ununterbrochener Reihenfolge 8-mal Meister. Seinen ersten großen Erfolg verzeichnete Sinek, als er 1954 im Halbschwer­gewicht Deutscher Meister wurde. Im selben Jahr vertrat er zum ersten Mal die Farben Deutschlands bei den Europameisterschaften. In der Einzelwertung fehlte ihm die Rou­tine, um sich durchsetzen zu können. Stellte aber im Kampf gegen Holland, den Deutsch­land mit 3:1 verlor, sein Können und Talent unter Beweis. Er erzielte den Ehrenpunkt.

Als Sinek 1957 zum zweiten Mal zu den, Europameisterschaften fuhr, dachte wohl keiner, dass es einem Deutschen gelingen würde, in die Sphäre der Franzosen, Holländer und Engländer einzudringen. Zur allgemeinen Überraschung besiegte der unermüdlich an­greifende Sinek nacheinander den Tschechen Masin, den Engländer Kerr, den Franzo­sen Demarte und sogar den Favoriten dieser Klasse den Holländer de Waal. Damit er­reichte zum ersten Mal ein Deutscher das Finale einer Europameisterschaft. Sineks Gegner war der größere und schnellere Weltmeisterschaftsdritte Petherbridge. Was aber vier Judoka vor dem Engländer schon zu spüren bekommen hatten, davor blieb auch er nicht verschont - der starke Wille, die harten Fäuste und die unübertroffene Ausdauer Sineks - auch Petherbridge wurde das Opfer seines berüchtigten Haltegriffs, Deutschland hatte seinen 1. Judoeuropameister.

 

Bestimmt können Sie sich noch daran erinnern, wie der Kirchheimer im Triumphzug, flankiert von Fackelträgern, durch unsere Stadt fuhr.

Eine Ehrung folgte der anderen. Trotzdem ist ihm der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen. Sinek blieb ein bescheidener Sportsmann.

Den ersten Europameistertitel, den die deutschen Judoka an ihre Fahne heften konnten, verpflichtete. Sinek trainierte noch intensiver, noch härter. Bei den Europameisterschaf­ten 1958 in Barcelona bewies er, dass der im Vorjahr" errungene Titel kein Zufall war. Wieder war er bester Deutscher. Erst im Endkampf unterlag er dem Engländer Newman knapp nach Punkten. Sinek war somit Vizeeuropameister.

 

Oberbürgermeister Kröning gratuliert Franz Sinek

 

Auch in den folgenden Jahren nahm er an den Europameis­terschaften teil. 1959 erreichte er in 2 Klassen (Schwerge­wicht und 2. Dan-Klasse) den Endkampf. Beide Male schei­terte er knapp und wurde Vizeeuropameister. Im Jahre 1961 kämpfte sich der Kirch­heimer zum 5. Mal bis ins Fi­nale vor. Wie vor 2 Jahren musste er gegen den späteren Weltmeister Geesing antreten und eine knappe Punktnieder­lage hinnehmen. Ein Jahr spä­ter bei den Europameister­schaften in Essen konnte er seine großen Erfolge der Vor­jahre nicht wiederholen.

  

Franz Sinek beim Länderkampf gegen Frankreich

  

Im gleichen Jahr beendete Franz Sinek seine" aktive Lauf­bahn. Abschließend soll noch erwähnt werden, dass er bis dahin der international erfolg­reichste deutsche Judoka war. Außer seinem Europatitel und seinen Vizemeisterschaften stand er in 17 Länderkämpfen - zum Teil als Kapitän - in der deutschen Mannschaft. Mit nur 2 Niederlagen konnte er auch hier einen einmaligen Rekord aufstellen.

 

Deutsche Judomeisterschaften 1957 in Kirchheim

 

Ein bis dahin einmaliges Ereignis erlebte Kirchheim unter Teck im Jahre 1957. Erstmals in der Vereinsgeschichte des VfL wurde die Ausrichtung einer deutschen Meisterschaft an die Teck-Stadt vergeben. Dies sollte eine Anerkennung für den VfL und dessen Judoabteilung sein. Sie hatten im württembergischen und im deutschen Judosport immer für hervorragende Leistungen und besondere Erlebnisse gesorgt. Nun sollte den Kirchheimer Sportbegeisterten erstmals die Gelegenheit gegeben werden, eine Deutsche Meisterschaft mitzuerleben. Mit über 1000 Zuschauern war die Konrad-Widerholt-Halle bis auf den letzten Platz besetzt. Ein anerkennendes Wort zollte der Präsident der Euro­päischen Judounion, Herr Frantzen, unserer Stadt und der Schwerathletikabteilung. Er hob besonders die gute Zusammenarbeit hervor und betonte, dass es die bisher bestorganisierte Deutsche Meisterschaft war. Auch auf sportlichem Gebiet zeigten Kirch­heimer überdurchschnittliche Leistungen. Ein 11. Platz durch Manfred Schwarz, ein 9. Platz durch Bernhard Fecht, ein 4. Platz durch Rado Pfitzer und ein 2. Platz durch Franz Sinek waren dabei die erfolgreiche Ausbeute.

 

Gründung der Schülerabteilung

 

Nachdem die Deutschen Meisterschaften bei der Bevölkerung einen so unerwartet großen Anklang gefunden hatten, fasste die Vereinsführung den Entschluss, auch dem Nachwuchs eine Gelegenheit zu geben um ihnen den Judosport näher zu bringen. Der talentierte 18-jährige Karl Kirschner fand sich bereit, eine Schülergruppe aufzubauen. Schon nach einigen Monaten sah man regelmäßig ein gutes Dutzend 9 - 12 - jährige eifrig die verschiedenen Stand- und Bodentechniken üben. Zu dieser Zeit gab es noch keine Meisterschaften, deshalb war es dem Nachwuchs nur möglich, ihre erlernten Tricks als Einlage bei Turnieren zu demonstrieren. Dennoch tat es der Begeisterung keinen Abbruch, mit jugendlichem Elan wurde eifrig weitertrainiert. Das ging ganze 3 Jahre gut, dann suchte Kamerad Kirschner sein Glück in Amerika und schied als Übungs­leiter aus. Einen Nachfolger fand er nicht und deshalb musste die Schülerabteilung auf­gelöst werden.

 
 

Nach einer 2-jährigen Pause versammelte der 16-jährige Kirschnerschüler Stefan Molitor eine kleine Gruppe um sich und fing einen 'regelmäßigen Trainingsbetrieb an. Gedacht war dies als Zusatztraining für die neu aufgebaute Jugendmannschaft. Doch es dauerte nicht lange und es kamen immer mehr Schüler und Jugendliche. Nach einigen Jahren war die Zahl der Schüler so groß, dass eine Matte nicht mehr ausreichte.

Durch Gewährung eines zinslosen Darlehens der Stadt Kirchheim-Teck und große finan­zielle Opfer der Abteilungsangehörigen konnte dieses Vorhaben 1967 verwirklicht wer­den. Unsere Abteilung ist stolz darauf, dass sie es fertig brachte, ein Sportgerät im Wert von ca. 6000.- DM selbst zu finanzieren.

 

Durch die 1967 neu angeschaffte Matte stand dann zusätzlich eine 8x8 m große Übungs­fläche zur Verfügung. Auf den beiden Matten konnten die 60 - 80 Schüler, getrennt in Anfänger und Fortgeschrittene, reibungslos trainieren.

 

Eine radikale Veränderung brachte der Umzug in die Teck-Turnhalle im Jahre 1968 mit sich. Viele Mitglieder, hauptsächlich Schüler, blieben dem Training fern. Dieser Trend hielt, bis 1969 an. In neuerer Zeit ist man bemüht, diese Missstände abzustellen. Ein neu gebildetes Arbeitsgremium ist dabei, die Abteilung neu aufzubauen.

Kritisch wurde es 1969. Kamerad Molitor und sein Vertreter, Kamerad Alex, mussten zur Bundeswehr und ein Verfall der mühsam aufgebauten Schülergruppe war nicht aufzu­halten. Mehrere eingesetzte Trainer versuchten diese Abwärtsentwicklung zu stoppen, jedoch ohne Erfolg. Erst seit Anfang dieses Jahres ist wieder ein größeres Interesse festzustellen und die Zahl der Übenden nimmt ständig zu.

  

Aufbau einer Jugendmannschaft

 

Als ein größerer Teil der aktiven Kämpfer 1962 zurücktraten, musste neu aufgebaut wer­den. Jetzt zeigte sich, dass die Schülerarbeit von Kirschner nicht umsonst war. Einige der damaligen Schüler, die zu den Jugendlichen übergewechselt waren, bildeten den Stamm einer neu aufgebauten Jugendmannschaft. Trainer Richard Scharnagl, der sich sehr für die Jugend einsetzte, konnte auch bald die Früchte seiner Arbeit ernten. Der Erfolg stellte sich 1963 mit einem 4. Platz in der Mannschaftswertung ein. In den folgen­den Jahren konnten sie sich um jeweils einen Platz verbessern. 1966 gelang dann der große Wurf. Nachdem unsere Jugendmannschaft den Titel des württ. Meisters nach Kirchheim entführt hatte, erreichte sie auch das große Ziel und wurde süddeutscher Mannschaftsmeister. Die zum ersten Mal ausgetragene Meisterschaft wurde wie im Jahre 1961 bei den Senioren nach Kirchheim vergeben. Ungeschlagen verwiesen sie die Mannschaften aus Südbaden, Nordbaden und Bayern 'auf die nächsten Plätze.

Mit der Aufstellung Helmut Nething, Harald Lässing, Gerhard Alex, Sebastian und Stefan Molitor, Reinhard Seefried und Antonio Manni erreichten sie bei den' Deutschen Bestenkämpfen in Essen einen ausgezeichneten vierten Platz.

Süddeutsche Mannschaftsmeisterschaften 1961

  

Unsere Damenabteilung

Es ist schon eine geraume Zeit her. dass Rado Pfitzer den lobenswerten Entschluss fasste. das schwache Geschlecht mit der Kunst der Selbstverteidigung vertraut zu machen. Inzwischen sind ca. 6 Jahre vergangen. Eine Zeit, in der die Damenabteilung zahlenmäßig großen Schwankungen ausgesetzt war. Aber immer sah man welche eifrig in ihren weißen Kimonos Abwehrgriffe üben. Die Weiterentwicklung der Techniken machte es unumgänglich. für die Damen einen festen Trainer zu arrangieren. Dieses Problem konnte teilweise durch das Einsetzen verschiedener erfahrener Kämpfer der Herren gelöst werden. Das Ziel. eine Dame aus den eigenen Reihen als Übungsleiterin heranzubilden. wurde nicht erreicht. Um den weiblichen Mitgliedern das Training wei­terhin interessant zu gestalten. sind mehrmals Jiu-Jitsu-Lehrer für Übungsabende ver­pflichtet worden. Seit dem Frühjahr dieses Jahres leitet eine erfahrene Kameradin aus unserer Nachbarstadt Nürtingen das Damentraining.

 

Ein Blick in die Teck-Turnhalle zeigt, dass sich Judo bei den Damen einer immer größer werdenden Popularität erfreut und unsere Abteilung ihretwegen keine Zukunftssorgen haben muss. Bei den Jugendlichen und Schülern sieht es eher danach aus, als wollten sie ihre männliche "Konkurrenz" überflügeln. Mit 20 - 30 Mädchen pro Übungsabend wurde die Anzahl der Jungen annähernd erreicht. Neuerdings haben auch die Damen Gelegenheit, ihre erlernten Judo-Kenntnisse im sportlichen Wettkampf anzuwenden.

 

Natürlich wäre über die 20-jährige Geschichte der Abteilung noch manches zu berich­ten. Leider war es uns im Rahmen dieser Festschrift nicht möglich, alle Erfolge unserer Kameraden aufzuzählen. Dennoch werden wir ihre Leistungen noch lange dankbar in Erinnerung behalten. Sie sind uns heute Vorbilder und der Grundstein für weitere in­tensive Trainingsarbeit. mit der wir ähnliche Erfolge zu erreichen hoffen.

 

 Fecht in Ramouillet 1970

 

 

Mit freundlicher
Unterstützung von: