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Radtour 2007 ins Altmühltal

Am 31. Mai  2007 um 7:00 Uhr trafen sich 35 Teilnehmer am Bahnhof in Kirchheim zur diesjährigen Radtour des Lauftreffs. Weil diese Tour als Jubiläumstour – es war die 20. seit Bestehen dieser Einrichtung – gedacht war, fand sie auch auf geschichtsträchtiger Strecke, nämlich wieder, wie die erste Radtour, im Tal der Altmühl statt. Aller­dings mit der Variante eines Anhangs im Donautal von Kelheim bis nach Ingolstadt. Otto Vogl hatte als Organi­sa­tor diesmal dem besonderen Schmankerl einer Schifffahrt durch den Donaudurchbruch nicht widerstehen können. Insgesamt in 3 Tagen wurden etwa 180 km recht gemütlich bei weitgehend ebener Streckenführung geradelt. Die Anreise erfolge mit dem Bus, wobei während der Anfahrt noch beschlossen wurde, die Fahrstrecke durch den Start in Pappenheim statt in Treuchtlingen am ersten Tag um etwa 5 km zu kürzen.

Das hohe Durchschnittsalter der Teilnehmer (einiges über 50 Jahre) verursachte leider wieder kurzfristige Absa­gen wegen gesundheitlicher Probleme, was den anderen natürlich die Vorfreude keineswegs verdarb. Wir genossen die gemütliche Anreise an die Altmühl bei schönstem Wetter im Bus.

Am Bahnhof Pappenheim bestiegen wir unsere mit dem gesamten Reisegepäck beladenen Räder und fuhren erst einmal vorsichtig die ersten paar Kilometer, um uns wieder an die ungewohnten Fahreigenschaften der schwer bela­denen Räder und ihre längeren Bremswege zu gewöhnen. Auch das Fahren in der großen Gruppe erfordert zunächst einmal dauernde Aufmerksamkeit. Trotz des normalen Werktags waren doch relativ viele Rad- und normale Wande­rer un­ter­­wegs und der Ruf „Gegenverkehr“ schallte oft durch die Gruppe. Dann ging’s bei schönstem Wetter durch den Naturpark Altmühltal. Wir bewunderten bei gemächlichen 15 bis 17 km/h und angeneh­men Temperaturen die herrliche Gegend. Trotzdem blieben wir von zwei leichten, aber zum Glück wohl auch dank der fast lückenlos getra­genen Helme folgenlosen, Stürzen nicht verschont.

Das Altmühltal wurde vor etwa 2500 Jahren von Kelten besiedelt, und diese gaben dem Fluss den erstmals 750 n. Chr. erwähnten Namen Alkmuna (wohl Elchfluss, denn dort waren bis ins frühe Mittelalter Elche heimisch). Die Altmühl ist mit 225 km Länge der zweitlängste rein bayrische Fluss, aber auch der mit 100 m Gesamtgefälle lang­samste. Solnhofen (Steinplatten, Fossilienfunde), die „zwölf Apostel“, Felsformationen, ähnlich denen im oberen Donautal, Dollnstein wo das Wellheimer Trockental  an die Urdonau erinnert, die hier vor 200.000 Jahren ihr Bett hatte, bevor sie die Barrieren bei Steppenberg und Weltenburg überwand. Eichstätt, ehem. Fürstbischöfliche Resi­denz mit der imposanten Willibaldsburg und dem Residenzplatz war letzte Möglichkeit mit Hilfe der Bahn die Fahrt abzubrechen. Wir nutzten die Stadt für eine ausgiebige Mittagspause und sahen dabei die Teilnehmer der Bay­ernrundfahrt. Wir waren nicht genügend trainiert (gedopt?) und konnten da natürlich nicht mithalten. Wir fuhren stattdessen weiter nach Kipfenberg-Böhming, wo uns unser erstes Quartier (welch Wunder, im Tal, nicht wie sonst üblich auf einem Berg) erwartete.

Nach dem Frühstück starteten wir gegen neun Uhr und fuhren über Kipfenberg (der dortige geographische Mit­telpunkt Bayerns interessierte weniger), Kinding (hier queren A 9 und die ICE-Strecke mit dem Millionengrab Schellenbergtunnel das Altmühltal) nach Beilngries wo der Rhein-Main-Donau-Kanal von Nürnberg kommend das Altmühltal trifft. (Wir haben während des Tages sogar 4 Frachtschiffe gesehen.) Dietfurt mit dem Chinesenbrunnen, Riedenburg, wo gerade ein Stadtfest vorbereitet wurde und unsere Damen als Burgfräulein anheuern wollten, das weit übers Tal ragende Schloss Prunn, Essing mit dem erhaltenen Teilstück des alten 1836 begonnenen und nie richtig in Betrieb gegangenen Ludwigskanals waren weitere Stationen des 2. Tages, an dem wir schließlich um etwa 17 Uhr in Kelheim unsere Hotelzimmer bezogen. Von zu hause hatte man uns bereits Regen gemeldet, die Befrei­ungshalle wurde den drohenden Wolken geopfert und so traf uns das teilweise kräftige Gewitter nur beim Reifen-flicken im Hotel. Das gemeinsame Abendessen diente wieder der Unterhaltung und vor allem dem Dank an die Ak­tiven. Joachim Jassner fasste diesen in launige Worte und verband mit dem Überreichen eines Geschenks den Wunsch, die nächste Radtour auch von Otto Vogl organisiert zu sehen.

Die 3.Etappe begann am Samstag um 8 Uhr bei kühlen 17°C aber wieder trocken. Mit „Renate“, dem Motor­schiff, fuhren wir durch den Donaudurchbruch zum Kloster Weltenburg mit seinem Touristenrummel. Von dort ging es weiter die Donau aufwärts über Sittling, Wöhr und Vohburg nach Ingolstadt. Hier erwischte uns doch noch ein kurzer Gewit­terregen etwa 1 km vor dem mit dem Busfahrer vereinbarten Parkplatz. Wir hatten noch etwas Zeit, sodass wir un­ter­stehen und uns anschließend die schöne Altstadt von Ingolstadt ansehen konnten. Leider wurden wir dann beim Ver­laden der Räder doch noch nass. Auch Kirchheim empfing uns nach der Busfahrt mit Regen. Hier war man ja aber bald zu Haus.

Es bleibt, unserem Otto Vogl für die perfekte Organisation zu danken aber auch den „Lumpen­sammlern“ unter Rolf Barner, die jeden zurück­gefallenen unnachgiebig überwachten und auf die man sich als letzte Rettung stets verlassen konnte. Dank auch an alle Teilnehmer, die durch sehr zivilisierte Fahrweise die Gruppe gefahrlos über die Strecke brachten. Viele schöne Stunden beim gemeinsamen Fahren und abends in netter Gesellschaft haben wir ver­bracht. Bemerkenswert ist, die immer geringere Zahl von Pannen (diesmal ganze 2), die wir bei unseren Fahrten ver­zeichnen – wahrscheinlich wegen besserem Material und teurerer Ausstattung.

Die Radtour war wieder eine überaus gelungene Veranstaltung des Lauftreffs Kirchheim, auf die keiner der Teilnehmer gerne verzichten will.

 

Reinhard Köster

                                       Bilder siehe Bildergalerie Radtour 2007

 Radtour-2007


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